Podcast und Interview mit Saskia Bader

In dieser Podcast-Episode ist Saskia Bader bei uns zu Gast. Die ausgebildete Fachinformatikerin und Webentwicklerin ist unter anderem mit einer Sehbehinderung geboren worden. Im lockeren Talk teilt sie mit uns ihre Erfahrungen und Herausforderungen im digitalen Raum. Sie erfahren, warum Barrierefreiheit im Netz eine Chance fĂŒr Unternehmen ist, Bild- und Video-Beschreibungen immer bedeutender werden, worĂŒber betroffene Nutzer auf Social Media âstolpernâ und weshalb das Barrierefreiheit-StĂ€rkungsgesetz ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Die wichtigste Voraussetzung hierfĂŒr: ein Bewusstsein fĂŒr Barrierefreiheit zu entwickeln. Neben Ă€rgerlichen Fails und praktischen Tipps, wie Sie Ihre Website zugĂ€nglicher gestalten können, gibt Ihnen Saskia auĂerdem eine Best-Practice-Website mit auf den Weg zur Barrierefreiheit. On Top: Tool-Tipps zum Website-Check!
WorĂŒber wir in dieser Podcast-Episode sprechen
- An welchen Touchpoints im Internet kommst Du oftmals nicht weiter? Was sind typische Barrieren?
- Barrierefrei ist also nicht nur auf die Website beschrÀnkt?
- Thema âBarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetzâ – Ist das fĂŒr Dich ein Riesenwurf oder ein erster Schritt auf einem langen Weg?
- Gibt es spezielle Designaspekte, die besonders hilfreich oder hinderlich sind?
- Welche konkreten Vorteile gibt es fĂŒr Unternehmen, wenn Sie Ihre Internetauftritte barrierefrei gestalten?
- Was sind die wichtigsten MaĂnahmen, die Online Marketer ergreifen mĂŒssen, um Ihre Internetauftritte barrierefrei zu gestalten?
- Wo siehst Du noch die meisten Defizite bei den Unternehmen und wie lassen sich einfach beheben?
- Kannst Du ein Beispiel fĂŒr eine Website nennen, die bereits barrierefrei ist?
- Wann hast Du Dich mal so richtig ĂŒber eine Website geĂ€rgert, die nicht barrierefrei war?
- Was wĂŒrdest du Marketern als wichtigsten ersten Schritt empfehlen, um Barrierefreiheit nicht nur in einzelne Projekte, sondern in ihre Online-Strategie zu integrieren?
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Experteninterview mit Saskia Bader zum Thema: Digitale Barrierefreiheit
Digitale Barrierefreiheit ist mit dem Inkrafttreten des BarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetzes im Juni 2025 mehr als nur ein gesetzliches Muss â sie bedeutet echte Teilhabe. Saskia Bader, Webentwicklerin, Autorin und selbst Betroffene mit einer Sehbehinderung, setzt sich leidenschaftlich fĂŒr ein zugĂ€ngliches Internet ein. Doch wo stehen Unternehmen wirklich, wenn es darum geht, ihre Webseiten und digitalen Angebote fĂŒr alle zugĂ€nglich zu machen? Im GesprĂ€ch mit uns zeigt sie die gröĂten HĂŒrden auf und erklĂ€rt, welche einfachen MaĂnahmen eine enorme Wirkung haben.
eMBIS: Saskia, Du setzt dich seit Jahren fĂŒr digitale Barrierefreiheit ein. Mit welchen HĂŒrden kĂ€mpfen Menschen mit EinschrĂ€nkungen im Netz am hĂ€ufigsten?
Saskia: Die gröĂten Probleme entstehen oft durch unzugĂ€ngliche Webseiten. Captchas, die auf Bilderkennung basieren, sind fĂŒr viele nicht nutzbar, weil sie keine alternative Möglichkeit bieten. Auch Formulare sind oft schlecht programmiert â Fehlermeldungen verschwinden zu schnell oder sind nicht lesbar. Das macht einfache Prozesse wie das Einloggen oder das Abschicken eines Kontaktformulars zu einer echten Herausforderung.
eMBIS: Das BarrierefreiheitsstÀrkungsgesetz verpflichtet Unternehmen nun zum Handeln. Aber ist das wirklich noch notwendig?
Saskia: Absolut. Viele Webseiten haben zwar Fortschritte gemacht, aber es gibt immer noch gravierende Defizite. Ich habe das GlĂŒck, dass ich mit 10 % Sehvermögen viele Inhalte durch VergröĂerung lesen kann. Aber fĂŒr blinde Menschen oder Menschen mit motorischen EinschrĂ€nkungen bleibt das digitale Leben oft voller Hindernisse. Und digitale Teilhabe ist heute essenziell â sei es fĂŒr den Job, die Verwaltung oder das Einkaufen.
eMBIS: Wo sind Unternehmen bereits auf einem guten Weg?
Saskia: GroĂe Tech-Konzerne wie Google oder Facebook haben viele Barrierefreiheitsfunktionen integriert. Auch offizielle Webseiten von Behörden sind meist gut zugĂ€nglich, weil sie gesetzlichen Vorgaben folgen mĂŒssen. Aber viele Online-Shops oder kleinere Unternehmen haben das Thema noch nicht auf dem Schirm â dabei können einfache MaĂnahmen viel bewirken.
eMBIS: Welche konkreten MaĂnahmen wĂŒrdest du Unternehmen empfehlen, die ihre digitale Barrierefreiheit verbessern wollen?
Saskia: Es gibt einige Grundlagen, die jede Webseite erfĂŒllen sollte: Alt-Texte fĂŒr Bilder helfen blinden Menschen, indem sie den Bildinhalt in Textform bereitstellen. Auch die Tastaturbedienbarkeit ist essenziell, weil nicht alle Menschen eine Maus nutzen können. Und hohe Farbkontraste verbessern die Lesbarkeit fĂŒr Menschen mit SehschwĂ€chen. Viel Potenzial steckt auch noch in den Website-Texten: Vor allem eine einfache Sprache macht Inhalte verstĂ€ndlicher â nicht nur fĂŒr Menschen mit kognitiven EinschrĂ€nkungen, sondern auch fĂŒr Menschen, die die Sprache noch lernen.
FĂŒr Gehörlose und Menschen mit Sehbehinderungen sind Untertitel und Audiobeschreibungen bei Videos wichtige Elemente der Teilhabe. Und Formulare sollten Fehlermeldungen lĂ€nger anzeigen, damit alle Nutzenden genug Zeit haben, sie zu lesen.
eMBIS: Welche Barriere hat dich persönlich besonders frustriert?
Saskia: Ich erinnere mich an ein Formular, das ich ausfĂŒllen musste. Wegen eines kleinen Tippfehlers kam eine Fehlermeldung â aber die verschwand nach zwei Sekunden. Ich musste die Seite mehrfach neu laden und versuchen, im richtigen Moment einen Screenshot zu machen, um den Fehler ĂŒberhaupt lesen zu können. Solche Dinge könnten so einfach gelöst werden, indem Fehlermeldungen sichtbar bleiben.
eMBIS: Was wĂŒrdest du Unternehmen mit auf den Weg geben?
Saskia: Barrierefreiheit ist keine Zusatzfunktion, sondern ein grundlegendes QualitĂ€tsmerkmal einer guten Webseite. Unternehmen sollten ihre digitalen Angebote aus der Perspektive verschiedener Nutzender testen. Es geht nicht nur darum, gesetzliche Vorgaben zu erfĂŒllen â es geht darum, dass alle Menschen am digitalen Leben teilhaben können. Wer das versteht und umsetzt, gewinnt nicht nur neue Kundschaft, sondern leistet auch einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.
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