Podcast und Interview mit Marco Janck

In dieser Podcastfolge steht eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Müssen wir Online-Marketing neu denken? Zu Gast ist Marco Janck, der als SEO- und Content-Vordenker bekannt ist und die CAMPIXX veranstaltet, eine der größten SEO- und Content-Marketing-Konferenzen im deutschsprachigen Raum.
Im Gespräch geht es um die wachsende Komplexität im Content-Marketing und um die Frage, welche Ansätze heute noch tragen. Für Marco ist die Kombination aus SEO und Content-Marketing nicht mehr das allein entscheidende Dreamteam, das automatisch für Erfolg sorgt. Viel wichtiger ist für ihn das sogenannte Touchpoint Marketing, bei dem alle Marketing-Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und gemeinsam auf Nutzer-Erlebnis, Wahrnehmung und Marke einzahlen.
Sie erfahren, warum Sichtbarkeit heute nicht mehr isoliert über einzelne Kanäle entsteht, sondern durch das Zusammenspiel aller Kontaktpunkte mit der Zielgruppe. Erfolgreiche Inhalte müssen konsequent vom Nutzer aus gedacht werden und ihre Wirkung gezielt entfalten, indem sie distribuiert werden und Teil einer klaren, übergeordneten Strategie sind.
Worüber wir in dieser Podcast-Episode sprechen
- Sind SEO und Content heute noch ein starkes Team im Onlinemarketing?
- Warum reicht es nicht mehr, einfach viel Content zu produzieren?
- Wie muss Content-Marketing heute neu gedacht werden?
- Was zeichnet guten Content heute aus?
- Welche Inhalte funktionieren nicht mehr? Und welche wirken besonders gut?
- Welche Fähigkeiten brauchen Content-Teams heute?
- Wie bleiben kleine und mittelständische Unternehmen sichtbar – trotz wenig Budget?
Diese Episode auf YouTube anhören
Weiterbildung im Bereich Content-Marketing ist heute sehr wichtig. Viele Unternehmen erstellen Inhalte, doch oft fehlt eine klare Strategie. Genau hier setzt Wissen an: Wenn Sie Content neu denken, arbeiten Sie klarer und wirksamer. Angebote wie unser Content Marketing Seminar, der Storytelling Workshop, das Online PR und Reputationsaufbau Seminar und die Social Media Marketing Schulung unterstützen dabei gezielt.
Experteninterview mit Marco Janck: SEO und Content sind nicht mehr das Dreamteam
Content-Marketing steht unter Druck: Kanäle werden mehr, Aufmerksamkeit knapper, klassische Erfolgslogiken greifen immer seltener. Reichen SEO und Content Marketing als „Dreamteam“ noch aus – oder müssen wir grundlegend umdenken? Im Interview spricht Marco Janck, SEO- und Content-Vordenker, Gründer der Agentur Sumago und Veranstalter der CAMPIXX, mit uns über Touchpoint Marketing, die steigende Bedeutung von Nutzerzufriedenheit, Marke und Strategie – und warum viele Unternehmen nicht an fehlendem Content scheitern, sondern weil sie nicht radikal genug denken.
eMBIS: Du siehst SEO und Content Marketing heute nicht mehr als klassisches Dreamteam. Warum?
Marco: Ich tue mich mittlerweile schwer damit. Früher habe ich SEO allein als Dreamteam gesehen, später dann SEO und Content-Marketing zusammen. Heute sehe ich das nicht mehr so, weil die Welt einfach viel größer geworden ist. SEO ist ein Teil im Marketing, Content-Marketing ist auch ein Teil davon – aber es greift zu kurz, das isoliert zu betrachten. Ich definiere das inzwischen als Touchpoint-Marketing, weil alle Felder aufeinander einzahlen und crossmedial zusammenwirken. Früher haben wir zwischen direkten und indirekten Ranking-Signalen unterschieden. Die indirekten wurden lange belächelt, sind heute aber extrem wichtig geworden, weil es am Ende darum geht, den Nutzer zufriedenzustellen.
eMBIS: Welche Rolle spielt die Nutzerzufriedenheit in diesem neuen Verständnis von Content-Marketing?
Marco: Eine sehr große. Wir wissen inzwischen, dass Nutzerzufriedenheit ein zentraler Faktor ist. Am Ende reicht es nicht mehr, nur die klassischen SEO-Parameter sauber einzustellen. Entscheidend ist, dass Menschen zufrieden sind, wenn sie auf eine Website kommen. Diese Zufriedenheit entsteht nicht nur durch Inhalte selbst, sondern auch durch die Art, wie Nutzer auf die Inhalte kommen – etwa über Social Media, Werbung oder andere Touchpoints. All das zahlt auf das Gesamterlebnis ein und beeinflusst letztlich auch Rankings.
eMBIS: Welche Rolle spielt die Marke im Content-Marketing?
Marco: Marke ist extrem wichtig, aber sie steht nicht für sich allein. Noch eine Ebene darüber liegt für mich das Geschäftsmodell. Marketing wird insgesamt teurer, deshalb muss ein Unternehmen überhaupt in der Lage sein, diese Aktivitäten langfristig zu finanzieren. Marke hilft dabei, Wiedererkennung und Vertrauen aufzubauen. Wenn Menschen eine klare Erwartungshaltung haben und diese erfüllt wird, wirkt sich das positiv auf Nutzererlebnis und Sichtbarkeit aus. Das hängt alles zusammen.
eMBIS: Was müssen wir bei der Content-Produktion verstehen, bevor wir in blinden Aktionismus verfallen?
Marco: Ich glaube, die Basis ist Bewusstsein zu schaffen für Strategie. Reine Masse ohne strategischen Hintergrund bringt nichts. Inhalte sollten nicht entstehen, nur weil es technisch möglich ist, schnell viel zu produzieren. Wichtig ist, strukturiert vorzugehen, Themen sauber aufzubauen und dann zu beobachten, was wirklich funktioniert. Breiter zu testen kann sinnvoll sein, aber immer mit einem klaren Ziel und einer durchdachten Informationsarchitektur.
eMBIS: Welcher Content funktioniert denn gut?
Marco: Grundsätzlich funktionieren Ratgeber, die tief recherchiert sind, immer noch super. Wenn du jetzt eine breite Recherche machst, etwa eine Umfrage zu den Verdiensten im SEO-Bereich und hast ein Jahr mit Agenturen und Mitarbeitern recherchiert, das funktioniert. Auch auf Content-Masse zu drücken hat sich bewährt. Das ermöglicht interne Verlinkungen – algorithmisch immer noch ein Riesenhebel.
eMBIS: Wenn wir Content-Marketing neu denken, welche Fähigkeiten brauchen dann Content-Teams?
Marco: Für mich ist ein gutes Bild das, was ich vor Jahren bei großen Redaktionen gesehen habe. Da saßen Text, Bild und Video sehr eng zusammen und haben gemeinsam Inhalte gebaut. Diese Grundkompetenzen brauchst du heute auch: Textverständnis, ein Gefühl für klickstarke Überschriften, Bild, Video und idealerweise auch Audio. Wichtig ist, Inhalte schnell produzieren zu können, ohne an Qualität zu verlieren. Gleichzeitig braucht es ein Verständnis für Kampagnen und Zusammenhänge über einzelne Formate hinaus. Entscheidend ist aber nicht, alles zu können, sondern das zu nutzen, was im Unternehmen da ist – und den Menschen dafür Raum, Zeit und Rückendeckung zu geben. Nur dann kann sich zeigen, was wirklich funktioniert.
eMBIS: Welches Gefühl sollte guter Content beim Empfänger auslösen?
Marco: Das Höchste, was du erreichen kannst, ist Identifikation. Wenn Menschen sich in einem Inhalt wiederfinden, entsteht eine echte Verbindung. Das ist aber nicht planbar im Sinne eines Schalters, den man umlegt. Es erfordert ein tiefes Verständnis für Zielgruppen und ihre jeweiligen Situationen. Identifikation ist eng mit Vertrauen und langfristiger Bindung verbunden.
eMBIS: Was braucht Content-Marketing aus deiner Sicht in Zukunft?
Marco: Content-Marketing braucht Überzeugung, Neugier und Spaß am eigenen Produkt oder Angebot. Ohne diese Haltung wird es schwierig. Menschen merken sehr schnell, ob etwas mit Überzeugung gemacht wird oder nicht. Content-Marketing funktioniert langfristig nur, wenn es ernst gemeint ist und wenn Unternehmen bereit sind, ihr Denken weiterzuentwickeln.
eMBIS: Welche drei Konsequenzen müssen Unternehmen jetzt ziehen, damit Content-Marketing wirklich wirkt?
Marco: Ich würde es auf drei Dinge runterbrechen: Gier, Neugier und Spaß am eigenen Produkt oder Angebot. Das klingt erstmal simpel, hat aber viel Tiefe. Es geht darum, wirklich Lust zu haben, etwas zu bewegen, offen zu bleiben für neue Entwicklungen und überzeugt vom eigenen Angebot zu sein. Wenn diese Haltung fehlt, wird Content austauschbar. Wenn sie da ist, entsteht fast automatisch eine andere Qualität – und auch eine andere Wirkung nach außen
Fakten zu modernem Content Marketing
Content-Marketing bedeutet, Inhalte strategisch zu planen und gezielt zu verbreiten. Ziel ist es, die Bedürfnisse der Menschen zu verstehen, Vertrauen aufzubauen und die Marke nachhaltig zu stärken. Ein einzelner Kanal reicht heute meist nicht mehr aus, denn zahlreiche Online- und Offline-Touchpoints wirken zusammen. Deshalb braucht erfolgreiches Content-Marketing eine klare Strategie, bei der alle Kontaktpunkte aufeinander abgestimmt sind und ein stimmiges Gesamtbild ergeben.
Jeder Kontakt zählt
Touchpoints sind Kontakt-Punkte zwischen Mensch und Marke. Jeder Kontakt prägt das Nutzer-Erlebnis. Darum lohnt sich eine klare Planung für Website, Service, Social Media und auch für Offline-Kontakte.
Viele Kanäle wirken zusammen
Menschen wechseln oft zwischen Kanälen und nutzen viele Touchpoints vor, während und nach dem Kauf. Das macht Marketing komplex! Es braucht deshalb eine strategische Abstimmung über alle Teams und Kanäle hinweg.
Der richtige Medien-Mix entscheidet
Eine gute Strategie nutzt eigene Kanäle, bezahlte Werbung und Empfehlungen zusammen. Der Mix wirkt stärker als ein einzelner Kanal. So steigen Reichweite, Vertrauen und Wirkung von Inhalten.
KI ersetzt keine echten Perspektiven
Viele Inhalte entstehen heute mit Künstlicher Intelligenz. Das spart Zeit. Aber reine KI-Texte wirken oft austauschbar. Menschen erwarten Haltung, Erfahrung und echte Einordnung. Das schafft nur menschengemachter Content.
Vertrauen ist der größte Erfolgs-Faktor
Viele Menschen sind bei KI-Inhalten vorsichtig. Marken müssen deshalb Qualität, Transparenz und Nutzen zeigen. Nur so entstehen Glaubwürdigkeit, Identifikation und langfristige Bindung.
Weitere passende Podcast-Episoden
Diese Podcast-Folgen vertiefen das Thema weiter und zeigen unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis, während sie zugleich konkrete Einblicke ins Marketing geben und hilfreiche Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag vermitteln.
- Wie gelingt der Content-Strategie-Wechsel? (mit Caroline Hof)
- GEO oder SEO – wie Unternehmen sichtbar und wettbewerbsfähig bleiben (mit Severin Lucks)
- Wie kann Online-PR heute die Sichtbarkeit verbessern? (mit Diana Karcz)
Seminare