Podcast und Interview mit Severin Lucks

Wie bleiben Marken auch 2026 sichtbar? Dieser Frage gehen wir in dieser Folge auf den Grund.
Zu Gast ist der SEO- und GEO-Experte Severin Lucks. Für ihn ist klar: GEO ist keine Ablösung, sondern eine Unterdisziplin von SEO. Sie erfahren, wo die Gemeinsamkeiten liegen und worin sich SEO und GEO konkret unterscheiden. Severin spricht darüber, welche Rolle die eigene Website künftig noch spielt, welche technischen und inhaltlichen Optimierungen an Bedeutung gewinnen und warum neben klassischen Keywords ganze Suchanfragen – also Prompts – sowie die Suchintention immer wichtiger werden.
Die gute Nachricht: Auch wenn der Traffic insgesamt zurückgeht, steigen bei guten Websites Verweildauer und Conversions. Wie das gelingt? Durch Einzigartigkeit. Einzigartige Inhalte, eine überzeugende User Experience und eine klare Positionierung bilden die Grundlage für Sichtbarkeit im Jahr 2026.
Warum genau das entscheidend ist? Hören Sie rein!
Worüber wir in dieser Podcast-Episode sprechen
- SEO-, GEO-Experte oder beides. Wie lässt sich die Rolle heute einordnen?
- Was ist der wichtigste Unterschied zwischen SEO und GEO?
- Welche Bedeutung hat die eigene Website in Zeiten von Zero-Click-Suchen?
- Welche Rolle spielt Keyword-Recherche in Zukunft noch?
- Welche zusätzlichen Maßnahmen gehören zum Bereich GEO?
- Wie lässt sich der Erfolg von GEO-Maßnahmen messen?
- Reichen bekannte SEO-Tools aus oder braucht es neue Werkzeuge?
- Welche Risiken entstehen, wenn immer mehr Aufgaben an KI abgegeben werden?
- Wie entwickelt sich die Rolle von Agenturen in Zukunft?
- Welche drei wichtigsten Maßnahmen sollten Unternehmen jetzt starten?
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Weiterbildung im Bereich GEO und SEO ist im beruflichen Kontext wichtig, da sich Suchmaschinen, Technologien und Nutzeranforderungen ständig verändern. Ein SEO Seminar oder eine GEO Schulung vermittelt aktuelles Wissen zur gezielten Sichtbarkeit von Inhalten. Gleichzeitig gewinnen datengetriebene Ansätze und Automatisierung an Bedeutung, weshalb Formate wie ein SEO mit KI Seminar oder ein Künstliche Intelligenz (KI) im Onlinemarketing Seminar wichtiges Know-how vermitteln, um moderne Tools effizient und strategisch einzusetzen. So bleiben Fachkräfte handlungsfähig und wettbewerbsfähig in einem dynamischen digitalen Umfeld.
Experteninterview mit Severin Lucks: SEO oder GEO? Was Unternehmen jetzt tun müssen
Weniger Klicks, KI-Antworten statt Suchergebnisse und die wachsende Unsicherheit, wie Sichtbarkeit künftig überhaupt entsteht: Viele Unternehmen merken, dass klassisches SEO nicht mehr ausreicht. Im Interview ordnet Severin Lucks, SEO- und GEO-Experte sowie langjähriger eMBIS-Trainer, die aktuellen Entwicklungen ein. Er erklärt, warum GEO keine Ablösung, sondern eine Unterdisziplin von SEO ist, welche Rolle die eigene Website künftig spielt – und warum Positionierung zum Grundpfeiler im Wettbewerb um Sichtbarkeit 2026 wird.
eMBIS: Du wirst mal als SEO- und mal als GEO-Experte vorgestellt. Was bist du denn nun eigentlich?
Severin: Für mich ist GEO eine Unterdisziplin von SEO, ähnlich wie internationale SEO, Local SEO, Technical SEO und Co. Dementsprechend bin ich nach wie vor ein SEO-Experte. GEO ist der Teil der SEO, der sich mit der Optimierung für KI-Systeme beschäftigt. Die klassischen SEO-Maßnahmen gibt es meines Erachtens nach wie vor.
eMBIS: Wo liegt für dich der gravierendste Unterschied zwischen SEO und GEO?
Severin: Bevor ich auf die Unterschiede eingehe, würde ich gerne erst einmal die Gemeinsamkeiten erklären. Wir haben ja immer das Thema: Unsere Webinhalte müssen indexiert werden. Damit Suchmaschinen und auch KI-Systeme unsere Inhalte lesen können, müssen wir also Webseiten haben, die nicht von der Indexierung ausgeschlossen sind. Und genau das den KI-Systemen technologisch zu erleichtern, können wir unsere Inhalte mit strukturierten Daten versehen. Technologisch muss man für GEO gar nichts anderes erledigen als für klassische SEO.
Der Unterschied liegt im Inhaltlichen. Für GEO konzentrieren uns weniger auf klassische kurze, allgemeine Keywords und stärker auf Prompts, also vollständige Suchanfragen. Hierfür ist es super wichtig, die Customer Journey in KI-Systemen nachzuvollziehen. Also zu verstehen, welche Folgefragen gestellt werden, welche Bewertungsmaßstäbe eine Rolle spielen und wie Entscheidungswege aussehen.
eMBIS: Welche Rolle spielt denn die eigene Website in Zeiten von KI und Zero-Click-Searches?
Severin: Ja. Es gibt Websites, die 50 oder 60 Prozent ihres Traffics verlieren, weil einfache Fragen heute direkt von KI-Systemen beantwortet werden. Die Websites, die darüber hinaus einen Mehrwert bieten und als Quelle in den KI-Systemen erscheinen, werden weiterhin geklickt.
Aus eigenen Erhebungen sehe ich, dass KI-Traffic zwar geringer ist, aber eine deutlich höhere Verweildauer und Conversion Rate hat, weil sich Nutzer vorher bereits informiert haben. Die Website wird nicht mehr für eine erste Orientierung genutzt, sondern als nächste Entscheidungsstufe. Es kommen weniger Menschen auf die Seite, dafür aber solche, die sehr gezielt suchen und bereits wissen, was sie erwarten.
eMBIS: Ist die Website also noch relevant?
Severin: Der Content auf der eigenen Website ist extrem wichtig. Wenn wir uns anschauen, wie sich die Rolle der Website verändert hat, dann war sie früher im Grunde das digitale Ladengeschäft oder die digitale Visitenkarte eines Unternehmens. Es ging vor allem darum, Informationen bereitzustellen und sich selbst darzustellen.
Heute hat sich diese Rolle deutlich verschoben. Dadurch, dass insgesamt weniger Traffic auf Websites kommt, dieser aber deutlich qualifizierter ist, geht es nicht mehr um eine reine Präsenz, sondern um einen digitalen Flagship Store. Die Website wird zur zentralen Plattform für User Experience und Markenerlebnis. Es geht also darum, Nutzerinnen und Nutzer aktiv einzubeziehen und ihnen Gründe zu geben, sich intensiver mit dem Angebot zu beschäftigen. Das kann zum Beispiel über Videos passieren, über interaktive Inhalte, Umfragen oder auch eigene Tools, die einen konkreten Mehrwert bieten.
eMBIS: Was ist also das Ziel einer Website in 2026?
Severin: Ziel ist es, dass die Website nicht nur Informationen liefert, sondern Interaktion ermöglicht und Orientierung bietet. Nutzer sollen die Möglichkeit haben, sich tiefer mit dem Thema auseinanderzusetzen und ein echtes Markenerlebnis zu bekommen. Gerade weil weniger Menschen auf die Website kommen, ist es umso wichtiger zu wissen, dass diese wenigen Kontakte qualitativ hochwertig sind. Für sie gilt es Websites so zu gestalten, dass sie Vertrauen aufbauen, Orientierung geben und zur nächsten Handlung motivieren.
eMBIS: Siehst du denn diese Interaktion als eine weiterführende GEO-Maßnahme oder ist das einfach nur eine Maßnahme, dass die Leute auf der Seite bleiben, wenn sie da schon mal sind?
Severin: Ich würde die Interaktion nicht als eigenständige GEO-Maßnahme sehen. Für mich ist das eine klassische Search-Experience-Optimisation-Maßnahme. Google definiert seit 2023 sehr klar die EEAT-Faktoren – also Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust. Und genau in diesem Rahmen ordnet sich Interaktion ein. Wenn ich früher 10.000 Website-Besucher hatte und heute nur noch 5.000, kann ich trotzdem die gleichen Umsätze erzielen, wenn sich die Conversion-Rate entsprechend erhöht. Und genau dabei hilft Interaktion. Sie sorgt dafür, dass Nutzer länger bleiben, sich intensiver mit den Inhalten beschäftigen und eher bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen.
eMBIS: Welche Rolle spielt der Content dabei?
Severin: Früher war das Ziel, relevante Inhalte zu generieren. Heute ist das Ziel Einmaligkeit. Nicht dieselbe Retorte wie die Wettbewerber, sondern wirklich einmalige Inhalte, die einen Grund liefern, empfohlen zu werden.
eMBIS: Welche klassischen SEO-Maßnahmen bleiben weiterhin wichtig?
Severin: Es gibt nach wie vor klassische Keyword-Suchen, vor allem bei Produkt-, Marken- und einfachen Suchanfragen. KI-Übersichten werden primär bei wissensbasierten Suchen ausgespielt. Die klassische Keyword-Recherche bleibt wichtig, wird aber durch Prompts – also ganze Suchanfragen – ergänzt.
eMBIS: Gibt es spezielle technische GEO-Maßnahmen?
Severin: Technisch gibt es keine Maßnahmen, die nur für GEO gelten. Strukturierte Daten und FAQ-Bereiche können helfen. LLM-Dateien bringen aktuell nichts. Problematisch sind stark JavaScript-basierte Inhalte, da LLMs diese schwer erfassen. Cloaking bringt also nichts und kann sogar schaden.
eMBIS: Wie lassen sich GEO-Erfolge messen?
Severin: Im Moment kommen viele neue Tools auf den Markt. Die funktionieren im Kern alle sehr ähnlich. Sie fragen über Schnittstellen die jeweiligen KI-Systeme mit vorher definierten Prompts ab und messen dann, ob die eigene Marke in den Antworten erwähnt wird. Diese Erwähnung ist aktuell eine der zentralen GEO-KPIs im GEO-Kontext. Zusätzlich kann ich natürlich messen, wie viel Traffic tatsächlich aus KI-Systemen wie ChatGPT oder Perplexity auf meine Website kommt, zum Beispiel über klassische Webanalyse-Tools wie Google Analytics oder Matomo. Am Ende des Tages geht es ja weiterhin darum, ob Traffic entsteht.
Was viele dieser neuen GEO-Tools gemeinsam haben, ist allerdings, dass sie kaum Unterstützung bei der Identifikation der richtigen Prompts bieten. Klassische SEO-Tools wie Sistrix haben aber Prompt-Messungen integriert. Bei peak.oi kann man für einen relativ hohen Preis nur sehr wenige Prompts überwachen. Das wird schnell sehr teuer, ohne dass es zwingend einen Mehrwert bringt. Für mich bleibt deshalb eines der wichtigsten Tools die Google Search Console. Dort kann ich kostenlos mit einem einfachen Filter Suchanfragen mit sechs Wörtern oder mehr identifizieren – also genau die Prompts, unter denen ich bereits gefunden werde.
eMBIS: Welche Risiken und Chancen siehst du für Unternehmen?
Severin: Das größte Risiko ist, unsichtbar zu werden, weil man den GEO-Zug verpasst oder nicht in Kompetenzen investiert. Gleichzeitig gibt es große Chancen für Unternehmen mit klarer Positionierung und Direktvertrieb. KI-Systeme wie ChatGPT empfehlen nicht nur Anbieter, sondern arbeiten daran, auch Kaufprozesse zu integrieren. Dadurch können Nutzer direkt zu passenden Anbietern geführt werden, ohne den Umweg über Marktplätze und Plattformen. Das ist eine große Chance für Unternehmen – auch für kleinere –, die ihre Besonderheiten verständlich kommunizieren.
eMBIS: Welche drei Maßnahmen müssen Unternehmen jetzt anstoßen, um 2026 sichtbar zu bleiben?
Severin: Das Wichtigste ist die Positionierung: zu wissen, wer man ist, was man anbietet, für wen man das tut und was einen besonders macht. Zweitens ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden über Keywords und Prompts. Drittens der Aufbau einer echten Nutzererfahrung – eines digitalen Flagship Stores.
Fakten zu SEO und GEO
Klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) sorgt noch immer dafür, dass Webseiten in Suchergebnissen von Google & Co. gut gefunden werden. Die SEO Grundlagen im Onlinemarketing bilden dabei das Fundament für nachhaltige Sichtbarkeit und Reichweite. Gleichzeitig wächst ein neuer Ansatz: Generative Engine Optimization (GEO) – die Optimierung für KI-gestützte Sucherlebnisse wie ChatGPT oder Google AI, die direkte Antworten auf Fragen geben, ohne klassische Suchseiten zu zeigen. SEO und GEO verfolgen ähnliche Ziele, Sichtbarkeit und Reichweite, aber sie nutzen unterschiedliche Wege.
SEO bleibt eine zentrale Basis
SEO sorgt weiterhin dafür, dass Inhalte in Suchmaschinen sichtbar sind und Nutzer gezielt auf die eigene Website kommen. Rankings, technische Qualität und relevanter Content bleiben dafür entscheidend.
GEO gewinnt stark an Bedeutung
GEO zielt darauf ab, Inhalte so aufzubereiten, dass sie von KI-gestützten Suchsystemen verstanden und in direkten Antworten, Zusammenfassungen oder Empfehlungen ausgespielt werden.
Die Content-Strategie verändert sich
Für GEO sind klar strukturierte, verständliche und kontextreiche Inhalte wichtig, da KI-Systeme ganze Antworten und Zusammenhänge bewerten und nicht nur einzelne Keywords.
Die Erfolgsmessung unterscheidet sich
Während SEO vor allem Klicks, Traffic und Rankings misst, geht es bei GEO stärker um Sichtbarkeit in generierten Antworten, Erwähnungen und thematische Autorität.
SEO und GEO ergänzen sich sinnvoll
Eine saubere SEO-Grundlage ist Voraussetzung, auf der GEO aufbaut, um auch in neuen KI-basierten Sucherlebnissen langfristig sichtbar zu bleiben.
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