Podcast und Interview mit Gordon Schönwalder

In dieser Podcast-Folge geht es um den sinnvollen Einsatz von KI im Podcasting. Gemeinsam mit Podcast-Experte Gordon Schönwälder wird gezeigt, an welchen Stellen KI echten Mehrwert bringt. Gleichzeitig wird deutlich, wo klare Grenzen liegen. Persönlichkeit, Haltung und Stimme bleiben menschlich. Sie sind entscheidend für Wirkung und Vertrauen.
Die Episode zeigt auch, dass Podcasts heute mehr sind als reine Audio-Formate. Sie sind ein wichtiger Teil moderner Content- und Kommunikations-Strategien. Die Erkenntnisse aus dieser Folge sind deshalb nicht nur für Podcast-Hosts relevant. Sie bieten auch wertvolle Impulse für Marketer und Unternehmen, die KI strategisch einsetzen möchten.
Eine Folge über KI im Podcasting. Mit klaren Einschätzungen. Und mit wichtigen Denkanstößen für Marketing und Kommunikation.
Worüber wir in dieser Podcast-Episode sprechen
- Welche Rolle hat Künstliche Intelligenz heute im Podcasting?
- Wie verändert Künstliche Intelligenz die Planung von Podcast-Folgen?
- Warum bleiben echte Stimmen für Marken wichtig?
- Welche Tools unterstützen sinnvoll bei der Vorbereitung?
- Wie wird Künstliche Intelligenz in Postproduktion und Vermarktung eingesetzt?
- An welchen Stellen geht mit Künstlicher Intelligenz Persönlichkeit verloren?
- Warum müssen Stimme und Interaktion menschlich bleiben?
- Welche drei konkreten Tipps helfen Marketing-Teams im Podcast-Alltag?
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Künstliche Intelligenz verändert die Arbeit im Marketing. Auch Podcasts sind betroffen. Inhalte entstehen schneller und Abläufe werden einfacher, gleichzeitig steigen die Erwartungen an Qualität und Glaubwürdigkeit. Weiterbildung hilft, den Überblick zu behalten, sie zeigt, wie Technik sinnvoll eingesetzt wird und wie Inhalte klar, verständlich und menschlich bleiben. Angebote wie das Content Marketing Seminar, der Storytelling Workshop, das Online PR und Reputationsaufbau Seminar, der Social Media Marketing Workshop und die SEO inklusive KI und GEO Schulung unterstützen dabei gezielt.
Experteninterview mit Gordon Schönwalder: KI im im Podcasting
Künstliche Intelligenz wird im Podcasting immer häufiger genutzt. Sie unterstützt bei Planung, Produktion und Vermarktung. Gleichzeitig entstehen neue Fragen zur Qualität, zur Wirkung und zur Rolle des Menschen. In den folgenden Fragen geht es darum, den Einsatz von KI im Podcast-Alltag einzuordnen. Die Antworten von Gordon Schönwälder zeigen, wo KI sinnvoll hilft. Und wo Persönlichkeit und echte Stimme weiterhin entscheidend bleiben.
eMBIS: verändert KI aktuell die Art, wie Podcasts geplant und umgesetzt werden?
Gordon: Ja. Die KI ist in allen Bereichen da. Das ist jetzt keine Binse, das ist so. Das Thema ist gekommen, zu bleiben. Und wir können uns jetzt entscheiden, nutzen wir die Möglichkeiten oder verstecken wir uns davor. Ich halte die Möglichkeiten mit KI für mega spannend, weil sie uns, wenn wir sie richtig benutzen, wirklich helfen kann, effizienter zu sein. Und für mich heißt effizienter sein nicht mehr machen können, sondern weniger machen können – den Marketing- oder Business-Teil ein wenig runterzufahren und dadurch mehr Zeit für Familie, Hobbys und so weiter zu haben.
eMBIS: Viele Unternehmen denken darüber nach, Stimmen auszulagern. Wie bewertest du das?
Gordon: Also Texte schreiben lassen und eine künstliche Intelligenz spricht das ein – natürlich kann man da Zeit sparen. Aber damit ist das Problem mit dem Content nicht gelöst. Gerade Unternehmen leiden ja darunter, dass sie kein richtiges Gesicht, keine richtige Stimme haben. Und diese Stimme dann durch eine KI-Stimme zu ersetzen, ist schwierig, weil das Grundproblem bleibt: Es entsteht keine Verbindung zu einer Person oder Marke.
eMBIS: An welchen Stellen kann KI im Podcast-Prozess wirklich sinnvoll unterstützen?
Gordon: Das Portfolio, wo die KI helfen kann, ist riesig. Angefangen von der Recherche, Vorbereitung, Skripten, aber auch während der Aufnahme und in der Postproduktion. Also Füllwörter schneiden, Prozesse verbessern, Dinge in Echtzeit recherchieren – da kann KI natürlich helfen. Gerade bei der Vorbereitung gibt es einige hocheffiziente Tools, die man durchaus nutzen kann. Wichtig ist für mich dabei immer dieses journalistische Prinzip des Faktencheckens, also mindestens zwei Quellen recherchieren, die zu haben. Gerade weil KI-Tools schnell Antworten liefern, aber auch Fehler machen oder halluzinieren, arbeite ich bewusst mit mindestens zwei unabhängigen Quellen. Erst wenn unterschiedliche Quellen zu vergleichbaren Ergebnissen kommen, halte ich Informationen für belastbar. Für mich ist das entscheidend, um Aussagen nachvollziehen und verantwortungsvoll weitergeben zu können.
eMBIS: Aufnahmetools wie Riverside erstellen automatisch Transkripte der Podcasts. Welche Rolle spielen die für dich?
Gordon: Für mich sind Transkripte der Hebel, um aus einer Folge deutlich mehr rauszuholen – und zwar ohne jedes Mal bei null anzufangen. Wenn ich nach der Aufnahme ein gutes Transkript habe, kann ich die KI sehr konkret fragen: Was habe ich in der Folge alles genannt? Welche Tools, Themen oder Links gehören in die Shownotes? Und dann lasse ich mir das direkt so aufbereiten, dass ich es möglichst 1:1 übernehmen kann – zum Beispiel als fertige Linkliste im Markdown-Format.
Genauso nutze ich das Transkript, um die Shownotes und die Vermarktung zu beschleunigen: Ich lasse mir Titelvarianten erstellen, eine Kurzbeschreibung für die Folge, und daraus wiederum Material für Social Media oder den Newsletter ableiten. Entscheidend ist dabei: Das Transkript muss wirklich gut sein. Wenn ein Tool kein sauberes Transkript liefert oder hinterher zu viel manuelle Arbeit bleibt, würde ich eher Geld in die Hand nehmen und ein besseres Tool nutzen – weil sich das in der Postproduktion sofort auszahlt.
eMBIS: Wie nutzt du KI konkret in der Vorbereitung deiner Folgen?
Gordon: Wenn ich eine Idee für eine Folge habe, mache ein Brainstorming, schreibe mir Stichpunkte auf und werfe das Ganze in die KI meiner Wahl. In meinem Fall ist das Notion, da sind verschiedene Modelle integriert. Ich sage dann: „Das soll eine Podcast-Folge werden, drösel mir das auf, gib mir Zwischenüberschriften und Unterpunkte“. Ich habe danach kein Skript, das ich ablese, sondern eine erweiterte Stichwortsammlung, entlang derer ich frei erzähle – auf Basis meiner Erfahrung.
eMBIS: Und wo setzt du KI in der Postproduktion ein?
Gordon: Wo ich wirklich keinen Bock mehr drauf habe, ist am Ende noch mal Shownotes zu schreiben. Also lasse ich das Transkript erstellen, lade es hoch und sage: Ich hätte gerne Titelvorschläge, eine Beschreibung für die Shownotes, Ansätze für Social Media oder den Newsletter. Dann suche ich mir aus, was passt, passe es an meine Sprache an und bin fertig. Konkret arbeite ich dabei mit Tools wie Notion, ChatGPT, Claude oder Perplexity, um aus dem Transkript strukturierte Shownotes, Titelvarianten und Vermarktungsinhalte abzuleiten.
Konkret arbeite ich dabei mit Tools wie Notion (inklusive integrierter KI-Modelle), ChatGPT, Claude oder Perplexity, um aus dem Transkript strukturierte Shownotes, Titelvarianten und Vermarktungsinhalte abzuleiten.
eMBIS: Gibt es aus deiner Sicht klare Grenzen für den KI-Einsatz im Podcast?
Gordon: Stimme. Stimme erstellen. Ich glaube, dass Podcasting davon lebt, dass sich Menschen verbinden. Es geht darum, Menschen emotional zu berühren. Und das braucht Menschlichkeit. Alles, was in der Vor- und Nachbereitung passiert, können wir KI-gestützt machen. Aber das Einsprechen, das Interagieren mit einem Gesprächspartner – das darf menscheln. Da sollte KI draußen bleiben.
eMBIS: Wo siehst du generell die größte Gefahr beim Einsatz von KI?
Gordon: Wenn ich mich zu sehr auf die KI verlasse, kann es sein, dass mein kreativer Muskel im Hirn schlapp wird. Use it or lose it. KI kann unterstützen, strukturieren und beschleunigen – aber sie darf mir nicht das Denken abnehmen. Für mich funktioniert Kreativität am besten, wenn ich meine eigene Idee, meine Erfahrung und meine Sprache mit der Geschwindigkeit und Strukturhilfe der KI kombiniere. Dann entsteht etwas Eigenes. Wenn ich das nicht mehr tue, verliere ich genau das, was Podcasts eigentlich ausmacht: Persönlichkeit, Haltung – den Menschen hinter der Stimme.
eMBIS: Welche KI-Tools unterstützen dich beim Podcasting?
Gordon: Je nach Prozessschritt kommen unterschiedliche Tools zum Einsatz: Für die Aufnahme wird häufig Riverside.fm genutzt. Für Audio‑Aufbereitung und Transkription etwa Auphonic. Für Recherche, Struktur und Textarbeit eignen sich ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity, ergänzt durch Consensus für belastbare Quellen. Als zentrale Arbeitsplattform hat sich Notion inklusive Notion AI etabliert. Für Diktat und Spracherkennung Willow Voice und Whisper. Für einfache Visuals und Vermarktung liefert Canva gute Ergebnisse.
eMBIS: Gordon, du hast einmal gesagt „Du sagst, Podcasting ist Persönlichkeitsentwicklung an beiden Seiten des Micros.“ Was meinst du damit?
Gordon: Wenn ich einen Podcast mache, verändere ich bestenfalls das Wissen oder Denken anderer Menschen – das ist Persönlichkeitsentwicklung auf der einen Seite des Mikrofons. Gleichzeitig bin ich selbst mit mir konfrontiert: mit meiner Stimme, meiner Haltung, meiner Performance. Man muss sich mit Interview-Skills beschäftigen, mit längeren Inhalten, mit der eigenen Präsenz. Und genau das macht Podcasting für mich so wertvoll: Es entwickelt nicht nur das Publikum weiter, sondern auch die Person hinter dem Mikrofon.
eMBIS: Welche drei To-dos empfiehlst du, um KI sinnvoll für die eigene Podcast-Produktion oder Vermarktung zu nutzen?
Gordon:
Erstens: Sorgt dafür, dass ihr ein wirklich gutes Transkript habt. Das ist die Basis für alles Weitere. Wenn das Transkript nicht sauber ist, bringt euch die beste KI nichts.
Zweitens: Nutzt KI, um Inhalte weiterzuverarbeiten und zu verbreiten – also für Shownotes, Social Media, Newsletter oder Blogposts. Der Schatz ist ja schon da, ihr müsst ihn nur heben.
Und drittens: Gebt die Stimme und das Denken nicht ab. KI darf unterstützen, strukturieren und beschleunigen. Aber das, was ihr sagt, wie ihr es sagt und wofür ihr steht – das muss menschlich bleiben.
Fakten zu KI im Podcasting
Künstliche Intelligenz verändert, wie Podcasts geplant, produziert und vermarktet werden. KI-Tools können bei Recherche, Transkription, Postproduktion und Reichweiten-Optimierung helfen. Podcasts sind heute nicht nur Audio-Formate, sondern ein fester Bestandteil moderner Content- und Kommunikations-Strategien. Effizienzgewinne durch KI helfen Teams, schneller qualitativ hochwertige Inhalte zu erstellen. Gleichzeitig bleiben Authentizität, Stimme und menschliche Haltung entscheidend für Zuhörer-Vertrauen und Markenerlebnisse.
KI spart Zeit bei Recherche und Skript-Erstellung
KI-Tools können thematische Recherchen und Zusammenfassungen schneller liefern als manuelle Arbeit.
Automatisierte Postproduktion steigert Effizienz
Funktionen wie automatische Rausch- und Lautstärke-Optimierung beschleunigen das Audio-Editing.
Transkriptionen verbessern Auffindbarkeit und SEO
Automatisch erstellte Transkripte helfen bei Barrierefreiheit und Content-Marketing.
Authentizität bleibt menschlich unersetzlich
Trotz KI-Assistenz sind echte Stimmen, Emotionen und persönliche Perspektiven für Vertrauen entscheidend.
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