Podcast und Interview mit Stefan Ponitz

No-Code-Automation verspricht mehr Effizienz im Marketing und viele Tools werben mit einfachen Lösungen ohne Programmierung. In dieser Podcast-Folge geht es darum, wie gut das in der Praxis wirklich funktioniert.
Gemeinsam mit KI-Experten Stefan Ponitz sprechen wir darüber, welche Chancen und Grenzen moderne Automation im Marketing-Alltag hat. Sie erfahren, welche Prozesse sich gut automatisieren lassen, welche Fehler oft passieren und warum klare Ziele für erfolgreiche Automations-Projekte wichtig sind. Außerdem hören Sie, welche Tools hilfreich sind, wie viel Wissen für den Einstieg nötig ist und weshalb manche Projekte trotz guter Ideen scheitern.
Anhand praxisnaher Beispiele wird deutlich: No-Code-Automation kann viel Zeit sparen und Teams entlasten. Wichtig ist aber eine gute Planung und ein sinnvoller Einsatz der Technik.
Worüber wir in dieser Podcast-Episode sprechen
- Was ist No-Code-Automation?
- Wie hilft No-Code-Automation im Marketing?
- Welche Marketing-Workflows lassen sich automatisieren?
- Welche No-Code-Tools eignen sich besonders gut?
- Wie entsteht Schritt für Schritt ein automatisierter Workflow?
- Wie viel Zeit und Kosten spart No-Code-Automation?
- Wo liegen die größten Vorteile von No-Code-Automation?
- Welche typischen Fehler und Risiken gibt es?
- Welche 3 Fragen helfen vor dem Start einer Automation?
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Viele Unternehmen nutzen heute KI-Tools und Automatisierung im Marketing. Deshalb ist Weiterbildung in diesem Bereich sehr wichtig. In dem Seminar KI Automatisierung im Marketing lernen Sie, wie Sie einfache Abläufe automatisieren und typische Fehler vermeiden. Der Workshop KI im Online Marketing zeigt, wie KI bei Content, Analyse und Kampagnen helfen kann. Im Seminar Prompting & Prompt Engineering lernen Sie, wie klare Eingaben bessere Ergebnisse mit KI-Tools bringen. So arbeiten Teams sicherer, strukturierter und effizienter.
Experteninterview mit Stefan Ponitz: No-Code-Automation im Marketing
Workflows auf Knopfdruck, Newsletter und Reportings, die sich fast von selbst schreiben – No-Code-Automation verspricht Marketing-Teams enorme Zeitersparnis. Und das ganz ohne Programmierkenntnisse. Aber hält das Versprechen, was es gibt? Stefan Ponitz weiß es. Der studierte Wirtschaftsinformatiker, Betriebswirt und KI-Experte hilft heute Teams, sich im KI-Dschungel zurechtzufinden und Prozesse sinnvoll zu automatisieren. Im Interview spricht er über echte Anwendungsfälle, typische Fallstricke und die drei Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du dein erstes Automation-Projekt startest.
eMBIS: No-Code-Automation: Was steckt konkret dahinter?
Stefan: Hinter No-Code-Automation steckt das Versprechen, dass man Dinge automatisieren kann, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Wenn wir bisher komplexe Prozesse automatisiert haben, brauchten wir fast immer Entwickler, die das programmieren.
No-Code-Automation-Tools versprechen genau das zu umgehen. Am Ende ist es wie ein Baukastensystem: Du hast verschiedene Tools und verbindest sie per Maus miteinander. Du sagst: An diesem Tool kommt eine Information raus – die soll jetzt an ein anderes Tool weitergereicht werden. Und dann ziehst du einfach einen Pfeil auf das nächste Tool. So kannst du dir komplette Prozesse abbilden.
eMBIS: Wo kann No-Code-Automation Marketing-Teams konkret helfen? Hast du Beispiele aus der Praxis?
Stefan: Hier gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten. Ein starkes Einsatzfeld ist das Thema Content. Ich schreibe selbst für meine Website oder für LinkedIn. Dazu gehört immer eine Recherche: Was sind aktuelle Themen? Das frisst enorm viel Zeit. Das habe ich automatisiert: Ein Tool pickt sich Themen von Websites und YouTube-Kanälen raus, eine KI filtert dann, welche dieser News zu mir und meinen Themen passen. Das Ergebnis ist eine Tabelle mit Datum, Quelle und einem Scoring-Wert. Daran hänge ich dann die nächste Automation: „Schreib mir zu den relevantesten Themen einen Blogartikel oder LinkedIn-Post.“ So kettest du Automation an Automation. Ähnliches funktioniert im Reporting: Die Automation sucht die Zahlen aus den Plattformen zusammen, und im nächsten Schritt wird daraus automatisch ein PDF oder eine PowerPoint erstellt.
eMBIS: Welche Tools unterstützen bei der No-Code-Automation – und wofür eignen sie sich jeweils besonders?
Stefan: Da gibt es zunächst Zapier. Zapier ist das klassische Automation-Tool: Wenn auf der einen Seite etwas passiert, mach auf der anderen Seite etwas. Zum Beispiel: Wenn eine neue E-Mail im Postfach ist, schick mir eine WhatsApp-Benachrichtigung. Also ein klar definiertes Ziel für einen klaren Auslöser, den Trigger. Dann gibt es Make.com und N8N – beide haben ihren Schwerpunkt auf KI-Automatisierung. N8N empfehle ich inzwischen als erstes Tool, wenn Kunden mich fragen. Die Community ist riesig, es gibt unzählige YouTube-Tutorials und – das ist ein echter Vorteil – es gibt eine kostenlose Community Edition. Die kann man sich lokal auf dem Rechner installieren oder auf dem eigenen Webspace laufen lassen.
eMBIS: Lohnt es sich mit Zapier zu starten, dann zu Make zu wechseln und erst dann zu N8N?
Stefan: Zapier ist tatsächlich am einfachsten zu nutzen. Aber: Wenn man etwas mehr möchte, stößt man schnell an Grenzen. Und dann steht man vor der Frage, was man mit all seinen Zapier-Automationen macht. Man muss alles neu bauen. Um das zu vermeiden, würde ich empfehlen, direkt mit N8N starten. Die Community ist so groß, dass man sich sehr gut selbst helfen kann. Die Hürde bei Zapier ist zwar geringer – aber wenn man irgendwann an die Grenzen stößt, steckt man im System fest.
eMBIS: Ich habe nun ein Tool gewählt und eine Idee für einen Workflow. Wie gehe ich jetzt Schritt für Schritt bei der No-Code-Automation vor?
Stefan: Das Wichtigste zuerst: Den eigenen Workflow wirklich vor Augen haben – ob auf Papier skizziert oder mit einem Tool. Was passiert, wenn eine neue Kundenanfrage kommt? Welche Schritte folgen darauf? Dieser Prozess muss einmal klar definiert sein. Wenn der Prozess steht, empfehle ich, ihn erst eine Weile manuell durchzugehen – viermal, zehnmal, fünfzigmal. So merkst du, ob er überhaupt funktioniert, bevor du ihn automatisierst. Denn wenn du einen Fehler im Prozess erst nach dem Bauen der Automation entdeckst, ist das aufwendig zu korrigieren.
Zum Einstieg mein Tipp: Nicht den komplexesten Prozess als erstes Projekt nehmen. Identifiziere die Flaschenhälse. Beim Beispiel LinkedIn-Post ist der Flaschenhals die Recherche und das Schreiben – nicht das Veröffentlichen. Fang mit dem Flaschenhals an, feier den ersten Erfolg, und erweitere dann.
Und unbedingt: den Prozess mit Testdaten validieren. Wer vorher auch mal selbst einen LinkedIn-Artikel geschrieben hat, kann einschätzen, wie gut die KI-Version wirklich ist.
eMBIS: Wie viel Zeit und Kosten spart No-Code-Automation im Vergleich zur manuellen Arbeit – ist das wirklich ein spürbarer Sprung nach vorne?
Stefan: Langfristig spart man definitiv Zeit. Aber: Am Anfang muss man ordentlich investieren – in die Lernkurve, ins Anlegen und Testen der Automation. Diese Anfangsinvestition lohnt sich dann aber. Bei uns werden Blogartikel inzwischen komplett von KI geschrieben – der gesamte Kontext wird vorgegeben, die KI schreibt den Text. Das hat anfangs drei, vier Tage Aufbauzeit gekostet. Heute könnte ich täglich 20 Artikel veröffentlichen.
eMBIS: Hype oder echte Hilfe – was ist dein Urteil zu No-Code-Automation?
Stefan: Definitiv kein Hype, sondern eine echte Hilfe. Wir haben schon immer automatisiert. Automatisierung ist immer positiv, wenn sie durchdacht ist, keine Fehler macht und zum Ziel führt. Das gilt völlig unabhängig von KI. Was mich ein bisschen stört: Das Versprechen von „No-Code“ klingt so, als ließe sich ohne jegliche technische Kenntnis ein ganzes Business automatisieren. Ganz so einfach ist es nicht. Man braucht ein gewisses Grundverständnis für Programmierlogik und Datenstrukturen. Wenn Fehler auftauchen, musst du sie beheben können. Auch API-Schnittstellen kommen ins Spiel. Das setzt solides Grundwissen voraus.
eMBIS: Welche Fallstricke lauern, wenn jemand neu in das Thema einsteigt?
Stefan:
Der erste Fallstrick: Zu groß denken. Lieber klein starten, damit die Fehlerquellen überschaubar bleiben.
Zweiter Fallstrick: Fehlerbehandlung. Eine Automation läuft im Hintergrund – ich schaue ihr nicht zu. Wenn sie abbricht, muss ich eine Meldung bekommen. Das wird oft nicht eingeplant.
Dritter Fallstrick: Datenqualität. Ich hatte einen Kunden, der mir einen Google Drive mit drei oder vier Terabyte Serverdaten freigegeben hat und sagte: „Hier sind alle Daten für die KI.“ So funktioniert das nicht. Daten müssen aufbereitet, attributiert und gefiltert werden.
Und schließlich: Dokumentation. Nach einem halben Jahr weiß niemand mehr, was in den einzelnen Automation-Schritten passiert. Das rächt sich.
eMBIS: Welche drei Fragen sollten sich Unternehmen stellen, bevor sie ihr erstes No-Code-Automationsprojekt starten?
Stefan:
Erstens: Was mache ich momentan – und was davon ist wirklich repetitiv? Wer anfängt, aktiv darüber nachzudenken, entwickelt ein Bewusstsein dafür, was sich automatisieren lässt.
Zweitens: Wie sieht der Prozess aus, wenn er perfekt ist? Was ist die Ausgangslage, was ist das Ziel? Wer das klar beantworten kann, weiß, ob eine Automation überhaupt das Richtige ist – und kann später prüfen, ob sie wirklich zum Ziel führt.
Drittens: In welcher Systemlandschaft bewege ich mich – und wie gut kann ich meine Tools anbinden? Deshalb: Vorher prüfen, ob die eigenen Systeme überhaupt angebunden werden können. Schnittstellen – da sind wir wieder im Entwickler-Modus. Ganz ohne geht es eben doch nicht.
Fakten zu No-Code-Automation
Marketing-Teams arbeiten heute mit vielen Tools, Daten und Prozessen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Geschwindigkeit und Personalisierung. Genau hier hilft No-Code-Automation. Marketing-Teams können Abläufe automatisieren, ohne selbst zu programmieren. Viele Aufgaben laufen dadurch schneller und strukturierter ab. Besonders in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz, Marketing-Automation und modernen Workflows entstehen neue Möglichkeiten für Unternehmen.
KI macht Automatisierung einfacher
Moderne KI-Tools unterstützen auch Menschen ohne Programmier-Wissen. Dadurch können Marketing-Teams Prozesse einfacher planen und automatisieren.
Schnellere Umsetzung von Marketing-Prozessen
Viele Automationen lassen sich heute in kurzer Zeit erstellen. Kampagnen, Daten-Abgleiche oder Benachrichtigungen funktionieren dadurch deutlich schneller.
Mehr Zeit für strategische Aufgaben
Wiederkehrende Aufgaben laufen automatisch ab. Teams gewinnen dadurch mehr Zeit für kreative Ideen, Kampagnen und strategische Planung.
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