Guter Content: Inspiration für kreative und qualitativ hochwertige Content-Ideen

Claudia Beauchamp Miriam Löffler

  • Frische Content-Ideen
  • Inspirationen für kreative Inhalte
  • Online-Sichtbarkeit steigern

Fokus „Content“

Um die Aufmerksamkeit und das Interesse des Lesers zu gewinnen ist eine gute Optik entscheidend – aber eben nur die halbe Miete. Zwar gilt: Nur, wenn die Aufmachung überzeugt, ist der User auch bereit, sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Und dennoch: Content im Web besteht zu fast 90 Prozent aus Text. Webseiten und Blogs können noch so gut aussehen, unterm Strich ist Ihr Online-Auftritt immer nur so gut wie Ihre Inhalte. Weil wir als Weiterbildungsexperte im Online Marketing seit jeher einen besonderen Fokus auf das Thema Content werfen, haben wir auch schon seit vielen Jahren Seminare wie Web-Texten und Content Marketing im Programm. Für den Einstieg in das Thema Content vorab ein paar Tipps:

Content auf hohem Niveau

Die größte Herausforderung in Sachen Content ist es, das eigene Publikum, also die Besucher Ihrer Webseite, Ihres Blogs oder Ihrer Social-Media-Auftritte, bestmöglich zu informieren und zu unterhalten – oder besser gesagt: kontinuierlich in den Bann zu ziehen. Wer eine Content-lastige Webseite wie etwa einen Blog betreibt, der kann sein Publikum eigentlich nur „bei Laune halten“, wenn er auf Dauer interessante und hoch-qualitative Beiträge postet.

Nun ist es bei einem Blog außerdem so, dass die verschiedenen Beiträge ohnehin schon mehrere Informationsstränge nebeneinander darstellen und sich somit auch noch gegenseitig Konkurrenz machen. Da aus dem Stand mit wertvollen Inhalten zu überzeugen und „aufzufallen“, ist nicht immer ganz einfach. Aus diesem Grund haben wir ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie Ihre Leser mit interessantem, anregendem bzw. informativem Content so in den Bann ziehen, dass Sie gerne auf Ihrer Seite bleiben und auch wieder zurückkommen:

1. Geben Sie Ihren Lesern das, was sie suchen

Stichwort: Keyword Optimization. Formulieren Sie Ihre Inhalte so, dass Ihre Top-Keywords auch wirklich enthalten sind und von den Suchmaschinen gefunden werden. Wie haben User Ihre Inhalte gefunden? Auf welche Inhalte hat Ihre Zielgruppe am besten reagiert? Was erwartet Ihre Zielgruppe? Bevor Sie Ihre Inhalte erstellen, finden Sie zunächst heraus, was Ihre Zielgruppe wirklich sucht und geben Sie Ihnen dann genau das, was sie suchen. So funktionieren erfolgreiche Blogs. Schreiben Sie über Themen, die zu Ihrem Themengebiet passen, darüber hinaus aber auch häufig gesucht werden und bereits ein hohes Suchvolumen haben: dann werden sie auch gelesen. Nutzen Sie dazu den Google Keyword-Planer oder Google Trends – unserer Meinung nach immer noch ein Top-Tool, um die Suchhäufigkeit bestimmter Begriffe und Themen zu ermitteln.

2. Nutzen Sie Trendjacking bzw. Newsjacking

Sie wissen nicht, was Trendjacking bzw. Newsjacking ist? Nun, im Prinzip geht es darum, aktuelle Trends oder Entwicklungen aufzuspüren, die gerade die (Online-) Schlagzeilen dominieren und sich an den Hype einfach dranzuhängen. Ein aktuelles Beispiel: In einer crossmedialen Kampagne mit dem Slogan „Brad is single“ bewirbt die Norwegian Airline derzeit ihre Direktflüge von Oslo nach Los Angeles. Drei Worte, die alles sagen und bis auf die ganz eingefleischten Brangelina-Fans eigentlich jeden spontan zum Lachen bringen. Und genau das ist Trendjacking bzw. Newsjacking: klug, frech und vor allem schnell. Mit einem enormen und auch noch kostenlosen Push-Faktor von außen, nachdem die Meldung von der Trennung des einstigen Hollywood-Traumpaars ohnehin die Medien beherrscht. Chapeau!

Das Aus für Brangelina hat Norwegian Airline sehr geschickt für eine Anzeigen-Kampagne genutzt  (Quelle: www.stol.it/artikel/panorama/panorama/fluglinie-wirbt-mit-aus-von-brangelina)

Hijacking-Themen für Einsteiger können sein: Olympia, Kinostarts, Bundesliga, Wahlen etc. Bereiten Sie Ihre Inhalte einfach so auf, als gäbe es Goldmedaillen zu gewinnen oder erstellen Ihre Anzeigen in Star Wars/Bond/Bourne Identity-Optik. Bei der Formulierung Ihrer Inhalte greifen Sie einfach aus aktuellem Anlass die Terminologie „Abstiegsränge“, „Aufsteiger“ oder „Champions League“ bzw. „Ampel-Koalition“, „Wahlbeteiligung“ oder „rot-rot-grünes Bündnis“ auf – einfach etwas, an das aktuell jeder anknüpfen kann. Dann bekommen auch Ihre Inhalte den nötigen Push-Faktor.

3. Verwenden Sie saisonale Aufhänger

Weihnachten, Ostern, Sommer, aber auch Frühjahrsputz, Oktoberfest und Valentinstag sind allesamt dankbare Aufhänger, die jeder kennt und keine große Backstory erfordern. Formulieren Sie Ihre 10 Tipps zu einem beliebigen Thema an Ostern doch mal als Ostereier-Suche oder die Link-Liste, die Sie zum Downloaden bereitstellen, als Weihnachtsgeschenk. Das gibt Ihren Inhalten eine saisonale Färbung und damit mehr Aufmerksamkeit.

Content Marketing Seminar

2-Tages-Seminar: Mit digitalen Inhalten Kunden begeistern!

4. Werden Sie authentisch und persönlich

Sie bieten ein Produkt oder eine Dienstleistung an? Dann erzählen Sie doch mal am Einzelfall, welche Erfahrung andere mit Ihrem Angebot gemacht haben. Case Studies sind vor allem deswegen so beliebt, weil Sie dem Zielpublikum den wahren Wert Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung verdeutlichen. Verbraucherstimmen wird grundsätzlich ein hoher Trust entgegengebracht, wobei Anwenderberichte ein noch höheres Vertrauen genießen, da es sich dabei nicht um eine bloße Meinung handelt, sondern das Produkt oder die Dienstleistung auch in der Praxis getestet wurde. Sauber aufbereitete Case Studies schaffen Fakten, die verlässlich und vertrauenswürdig sind – und Ihr Publikum überzeugen.

Berichten Sie von Anwenderbeispielen und erzählen Sie ganz authentisch und persönlich von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung – überzeugender als jeder Marketingtext.

5. Setzen Sie auf User-generated Content

In der Glaubwürdigkeit ganz oben stehen die Inhalte, die von Ihren Usern oder Ihrer Zielgruppe selbst erstellt werden. Typische Beispiele für User-generated Content sind Kommentarfunktionen in Blogs, Videobeiträge auf YouTube, Social Bookmarking oder Wikis. All diese Inhalte werden von Ihren Usern nicht aus einem Marketinginteresse, sondern zum Selbstzweck erstellt und sind daher besonders verlässlich und vertrauenswürdig. Bieten Sie auf Ihren Blog, Ihrer Webseite und Ihren Social-Media-Kanälen die Möglichkeit, sich auszutauschen und Inhalte beizutragen. Ein weiterer Vorteil solcher interaktiven Plattformen sind die sogenannten Netzwerk-Effekte, also mehr Nutzer und zusätzliche Nutzungsaktivität durch Mundpropaganda.

Bieten auch Sie Ihrem Publikum eine Plattform und erhalten von Ihren Kunden und Fans Inhalte, die Ihr Markenimage stärken und Ihrer Zielgruppe wie auf den Leib geschnitten sind. Ein schönes Beispiel für User-generated Content ist der Aufruf des Berliner Brillenlabels Mykita unter dem Slogan „Me, Mykita and I“ Bilder von sich mit neuer Brille auf den sozialen Kanälen des Unternehmens zu posten. Begeisterte Träger von Mykita-Brillen liefern dem Unternehmen so fortlaufend wertvollen Content – und nebenbei eine kostenlose Kampagne für Mykita-Brillen.

Wer wäre nicht gerne mal Model? Der Berliner Brillenhersteller gibt seinen Fans eine Plattform und macht Sie damit zu Markenbotschaftern von Mykita (Quelle: https://de.pinterest.com/source/blog.mykita.com/).

6. Beiträge von Mitarbeitern und Kollegen

Genauso wie User wertwollte Inhalte beisteuern, können das natürlich auch Ihre Mitarbeiter. Nutzen Sie die Expertise Ihrer Mitarbeiter und Kollegen und machen Sie zu Markenbotschaftern Ihres Unternehmens.

Ein Bericht von Insidern mitten aus der Praxis bietet Ihrer Zielgruppe den nötigen „Blick hinter die Kulissen“, der eine Marke authentisch und menschlich wirken lässt. Das hat auch damit zu tun, dass der Tenor, in dem Mitarbeiter aus Ihrem Team aus unterschiedlichen Abteilungen über Ihr Unternehmen, Ihre Produkte oder Ihre Dienstleistungen berichtet, sich immer positiv von der üblichen Marketingsprache abhebt und somit mehr Glaubwürdigkeit vermittelt. In viele Buchhandlungen ist es heute fast schon Standard, dass Sie die eigenen Mitarbeiter Rezensionen über Bücher verfassen oder eine Top 10 ihrer Lieblingsbücher erstellen. Das geht online genauso.

Das Hugendubel-Team Wiesbaden stellt seine Lieblingsbücher vor (Quelle: http://www.hugendubel.de/de/event;jsessionid=E3620BD489BFB1A14D2AE908EF6CD46A.www02?eventId=7073).

7. Befragen Sie Ihr Publikum

Eine weitere Möglichkeit, Ihr Publikum einzubeziehen, ist es, Ihre Leser einfach danach zu fragen, welche Inhalte sie sich wünschen oder welche Themen sie besonders interessieren. Das ist die einfachste Möglichkeit, ein genaues Stimmungsbild Ihre Zielgruppe zu bekommen und gleichzeitig auf eine interessierte und respektvolle Art mit Ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten. Fragen Sie Ihre Zielgruppe nach ihrer Meinung. Rufen Sie in Ihrem Blog, Ihrer Webseite oder Ihren Social-Media-Kanälen dazu auf, Vorschläge zu machen, zu welchen Themen Ihr Publikum gerne mehr erfahren möchte. Das wirkt authentisch, auf Augenhöhe und kommt immer gut an.

Holen Sie sich Anregungen von Ihren Kunden, Ihren Fans, Ihrem Online-Publikum – so bekommen Sie ehrliche Meinungen und sind nah dran an Ihrer Zielgruppe.

Wichtig ist allerdings, dass Sie die so gewonnenen Anregungen auch wirklich beherzigen und Antworten auf aufgeworfene Fragen liefern. Sonst machen Sie sich ganz schnell unbeliebt – zu recht! Wichtig ist auch, dass Sie bei der Veröffentlichung stets Bezug nehmen auf die Nachfrage aus dem Publikum und diejenigen wissen lassen, dass Sie mit Ihrem Beitrag jetzt auf das antworten, was angefragt wurde. So geht echte Interaktion. Ihre Leser werden das honorieren.

Exkurs: Content-Gruppen

Im Wesentlichen lassen sich die Inhalte, mit denen der User konfrontiert wird, in die folgenden Content-Gruppen einteilen. In der Liste finden Sie auch Content, der auf externen Plattformen produziert wird, aber vollständig ist sie deshalb trotzdem noch nicht. Sie soll Ihnen lediglich einen kurzen Überblick verschaffen – und Sie dafür sensibilisieren, dass guter Content im Rahmen einer runden Customer-Journey eben nicht mal nur so nebenbei im Marketing mitbetreut werden sollte.

  1. Navigations-Content
    • Navigationsbenennung
    • Buttons
    • Weiterführende Verlinkungen
    • Breadcrumbs
    • Sitemap
    • Teaser
  2. Service- & Hilfe-Content
    • Erklärvideos
    • FAQ: Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen
    • Hilfe-Seiten
    • Kontaktformulare
    • Vorgefertigte Kundenservice-Texte (E-Mail-Vorlagen)
    • Künftig auch: Texte für Bots?
  3. Redaktioneller Content
    • Ratgebertexte
    • Interviews
    • Themenartikel
    • Berichte und Reportagen
    • Scrollytelling
    • Blogartikel
  4. Engaging Content
    • Gamification
    • Videos
    • Rätsel
    • Psychotests
    • Umfragen / Abstimmungen
  5. Marketing- & Kommunikations-Content
    • Texte für AdWords
    • Facebook-Ads
    • Allgemeine Banner- & Anzeigentexte
    • Gewinnspiele
    • Pressemeldungen
    • Werbliche Newsletter-Teaser und -Betreffzeilen
    • Aktions-Landingpages
    • Advertorials
    • Mobile Ads
    • Gastartikel in anderen Medien / Blogs
    • Content für Messen / Kongresse
  6. Image-Content
    • Unternehmensvideos
    • Firmenprofile
    • Berichte über soziale Engagements
    • Auszeichnungen, Prämierungen
    • Experten-Content
    • Referenzen, Cases
    • Mitarbeiter-Storys (Employer Branding)
    • Karriereseiten
  7. Social-Media-Content
    • Blogtexte
    • Social-Media-Profil-Informationen
    • Facebook-Posts und Open-Graph-Beschreibungen
    • Tweets auf Twitter und Twitter Cards
    • SlideShare-Präsentationen
    • Bilder
    • Videos
  8. SEO-Content
    • Meta-Texte (Title, Description, ALT-Tags, Link-Title usw.)
    • Unique Content
    • Keywords
  9. Verkaufs-Content
    • Werbliche Produkttexte
    • Informative Produkt- und Materialhinweise (Produkt-Guides)
    • Herstellerinformationen
    • Cross-Selling-Tipps
  10. Juristischer Content
    • Impressum
    • AGBs
    • Datenschutzerklärungen
    • Quellenangaben
  11. User Generated Content
    • Kommentare
    • Rezensionen
    • Social-Media-Posts
  12. Systemischer und funktionaler Content
    • Mouse-Over-Informationen / Tooltips
    • Prozessbeschreibungen (Anmeldeprozess, Download-Prozedere, Bezahlvorgang etc.)
    • Fehlermeldungen
    • Fehlerseiten
    • Automatisierte E-Mails (Double-Opt-In, Passwort-Zusendungen, Bestellbestätigungen usw.)
  13. Mobile Content
    • Apps
    • Mobile Ads
    • Mobile Landingpages
  14. Content für neue Technologien
    • Autorentexte für Sprachsteuerungs-Angebote

Mit neuen Absatzkanälen und im Rahmen des technologischen Fortschritts werden sich sicher auch weiterhin immer wieder neue Content-Arten entwickeln, welche für die zielgruppengenaue Ausspielung auf den passenden Kanälen produziert werden müssen.

Intelligentes Content Republishing mit neuem Mehrwert

Content is king! Und natürlich muss man ständig für neuen Content sorgen. Aber was spricht dagegen, noch mehr aus dem herauszuholen, was man ohnehin schon hat? Warum nicht erfolgreichem Content noch mehr Effizienz verpassen? Die Idee: Intelligentes Republishing, auch als Content Recycling bezeichnet. Hierbei geht es also um das Wiederveröffentlichen von Content, mit dem Ziel, den Wert bestehender Inhalte mit Updates oder in neuen Formaten auf anderen Kanälen einem größeren Publikum zur Verfügung zu stellen.

Recyceln ist nicht gleich recyceln

Bisher war es so, dass Online-Redakteure und Blogger hochwertigen Content verfasst, veröffentlicht und dann nicht selten auf den immer gleichen Kanälen promotet haben. Man freute sich über den Traffic, den die Veröffentlichung brachte. Und schrieb dann den nächsten Artikel.

Die Idee des Republishings ist es nun, erfolgreichen Content in abgewandelter, vor allem aber aktualisierter Form bzw. in einem anderen Format neu zu veröffentlichen, um auch jene Leser zu erreichen, die den Content vielleicht noch nicht gesehen haben oder andere Formate bevorzugen. Denn nicht jeder ist auf Twitter unterwegs oder liest regelmäßig Blogs.

Es kommt natürlich darauf an, älteren Content auch wirklich intelligent zu recyceln. Es geht nicht darum, einen Blog-Post aus dem letzten Jahr einfach noch einmal unverändert irgendwo erneut zu veröffentlichen. Ein einfaches Copy and Paste ist nicht nur völlig unkreativ, sondern wirft auch die „Unique Content“-Problematik auf, die besonders aus SEO-Sicht problematisch ist. Kein Problem ist es dagegen, einen älteren Beitrag mit derselben URL in aktualisierter oder ergänzter Form im Blog wieder nach vorne zu rücken.

Update und Ergänzungen

Etwas ganz anderes ist es auch, wenn man erfolgreiche Beiträge nach einiger Zeit wieder aufgreift, auf den neuesten Stand bringt, vielleicht eine aktuelle Entwicklung kommentiert, den Beitrag ergänzt, updated und in einem ganz anderen Format neu veröffentlicht. Damit gibt man seinen Lesern die Chance, einen wichtigen Beitrag zu entdecken, der sie vielleicht bislang nicht erreicht hat.

Republishing bedeutet die Gelegenheit, von anderen gesehen zu werden, denen Ihr Content bisher entgangen ist. Ein Beispiel: In einem bestimmen Bereich rund um Ihre Marke oder Ihr Produkte hat es eine entscheidende Neuentwicklung gegeben. In einem älteren Blog-Post haben Sie auf dieses Thema schon einmal Bezug genommen. Jetzt hätten Sie zu der aktuellen Neuerung natürlich etwas zu sagen – eine Steilvorlage für das Republishing. Selbstverständlich melden Sie sich als Experte zu einer aktuellen Entwicklung mit einem Update Ihres ursprünglichen Artikels noch einmal zu Wort.

Und so geht es: Den Blog-Beitrag schieben Sie in aktualisierter Form innerhalb der Historie des Blogs wieder ganz nach vorne, so dass er quasi als neuer Beitrag erscheint – wenn auch mit der gleichen, alten, URL wie vorher. Sinnvoll ist es dabei, die Neuerungen so erkennbar zu kennzeichnen, so dass sie für den Leser zweifelsfrei als Update erkennbar sind.

Im eMBIS Blog kennzeichnen wir aktualisierte Beiträge so.

Das ist kein Dublicate Content und auch keine Täuschung, sondern ein Service für Ihre Leser. Ähnlich können Sie auch mit Fachbeiträgen, Case Studies oder Whitepapers verfahren – eben mit allem, was einen fachlichen Charakter hat und updatebar ist.

Den Kanal wechseln

Grundsätzlich sollten Sie erfolgreiche Inhalte nach einem gewissen zeitlichen Abstand noch einmal sehr sorgfältig durchlesen, optimieren und eventuell umschreiben. Und vor allem aktualisieren: In der Zwischenzeit kann sich einiges getan haben. Prüfen Sie auch, ob Sie Ihren Content unter Umständen einer neuen Zielgruppe vorstellen möchten. Indem Sie Ihre Inhalte in der Form variieren, erreichen Sie möglicherweise ganz andere Personen, die auf Ihren bisherigen Kanälen nicht regelmäßig unterwegs sind.

Content Republishing - Prinzip
Recyceln bedeutet aus einem Ausgangsinhalt andere Inhalte und Formate zu entwickeln.

In der Praxis werden am häufigsten Beiträge auf der Unternehmenswebseite oder dem Corporate Blog veröffentlicht: Die bereits vorhandenen Inhalte können oft als direkte Vorlage für weitere Veröffentlichungen in anderen Content-Formaten dienen.

Beispiele unterschiedlicher Content-Formate:

Das sind nur einige Beispiele. Allen voran eignen sich natürlich die eigenen interaktiven Kanäle, etwa Ihr Corporate Blog, Twitter und YouTube dazu, um Inhalte zu recyceln. Eine weitere Möglichkeit ist, ältere Posts in aktualisierter und dem Kanal angepasster Form in neue Beiträge für Special-Interest-Plattformen oder Content Sharing (z.B. Slideshare, Scribbd oder Flickr) umzumünzen und natürlich auf XING und LinkedIn zu veröffentlichen. Wichtig ist nur, dass Sie bei der Auswahl der jeweiligen Kanäle auf die verschiedenen Nutzergruppen und die spezifische Tonalität der Plattform achten.

Hintergrundinfo: Warum ist Content eigentlich King?

„Content is King!“, befand Bill Gates schon im Jahre 1996 (sic!). Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil: Content ist wichtiger denn je. Auch aus Sicht der Suchmaschinen. Denn wer auf seiner Webseite Inhalte anbietet, die Spam-verdächtig sind und keinen Mehrwert für die User bieten, wird seit 2011 von Google abgestraft. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Sie Ihren Usern hochwertigen und einmaligen Content bieten sollten.

Was ist alles Content?

Unter Content versteht man alles, was online im Sinne von Gehalt und Inhalt übermittelt wird, also sämtliche Text-, Bild-, Audio- und Videodaten. Oder anders ausgedrückt: alle redaktionellen Inhalte, egal in welchem Content-Format.

Content in Unternehmen

Allerdings fristet Content im Tagesgeschäft in vielen Unternehmen und Agenturen nur ein Schattendasein. Die häufigsten Vorbehalte und Irrtümer: „Muss das so viel kosten? Was bringen uns die ganzen Inhalte eigentlich?“, „Haben wir keinen Praktikanten, der uns schnell ein paar Texte erstellen kann?“ oder „Lasst uns erst einmal das Projekt live bekommen. Um den Content kümmern wir uns später.“ Klassische Fehler. Nicht nur aus Suchmaschinen-Sicht.

Drei Gründe für die stiefmütterliche Behandlung von Content

Grund Nr. 1: Die „offline-Welt“ im Bereich Marketing und Vertrieb ist 1:1 online gegangen

Online ist ein neues Medium. Doch die Strukturen und Denkweisen im Bereich Marketing und Vertrieb, sind oftmals die alten geblieben und wurden nicht unbedingt an das neue Medium angepasst. Ein Beispiel: Früher hat eine Firma Werbebriefe mit der Post versandt, heute müssen Marketing-Verantwortliche über Cookies, Ads und Targeting nachdenken.

Das hat zur Folge, dass es in vielen Unternehmen an qualifizierten Mitarbeitern fehlt, die webkonformen Content erstellen können. Mitunter sind auch bisherige Mitarbeiter nicht bereit, die neue Entwicklungen mitzugehen oder blockieren gar neue Strukturen. Auch nicht selten: Die Content-Verantwortung wird pauschal ins Marketing geschoben.

Grund Nr. 2: SEOs haben die Lücken im Google Algorithmus für sich entdeckt

Eine in Sachen Content besonders folgenschwere Entwicklung war die kreative Auslegung bestehender Google Richtlinien. Das Ergebnis: Rein Keyword-getriebene Texte, ohne Sinn und Verstand. Auf das Konto findiger SEOler gingen außerdem: Link-Kauf und künstlicher Backlink-Aufbau sowie Affiliate-Seiten mit schlechtem Content.

Grund Nr. 3: Content wird zur „Praktikanten-Sache“

Die Realität in den allermeisten Unternehmen: Content darf nix kosten. Inflationäre Anbieter von „1 Cent pro Wort“-Texten oder „Suchmaschinenoptimierte Texte für 1,20 Euro“ schütten da Wasser auf die Mühlen ewig gestriger Marketingstrategen. Dabei muss man sich nur einmal überlegen, was im Vergleich dazu ein Flyer, eine Anzeige oder ein TV-Spot kostete. Und zwar nicht nur die Produktionskosten, sondern auch die Platzierung im Werbeumfeld. Richtig, da kann was nicht ganz stimmen.

Das Google Panda-Update

Aber Logik allein brachte nicht jeden zum Umdenken. Es musste erst Google kommen und mit einem echten Druckmittel aufwarten: dem Google Panda-Update. Damit es auch jeder, noch so offline-denkende Marketingstrategen verstehen sollte: Content is King!

Und warum? Was hat das Panda-Update damit zu tun? Ganz einfach: Mit dem Update legte Google 2011 fest, dass sich das Ranking von Webseiten, die keinen echten Mehrwert für die User bieten, kopierte Inhalte nutzen oder einfach nur sinnlos sind, verschlechtern wird. Der Grund: Die Performance von Google ist abhängig von hochwertigen Inhalten. Daher ist es aus Google-Sicht nur logisch, dass Seiten, die eine exzellente Content-Qualität bieten, belohnt werden. Spätestens seit dem Panda-Update gewinnen daher Inhalte auch in kleineren Agenturen und Unternehmen an Bedeutung.

Es ist Zeit, umzudenken!

Das Panda-Update und das ein Jahr später eingeführte Penguin-Update hatten zur Folge, dass sinnlose und überoptimierte Texte, unnatürliche Link-Strukturen und das damals florierende Keyword Stuffing von Google radikal abgestraft wurde. Erstmals waren auch Marketingstrategen bereit, in Sachen Content umzudenken. Die Devise: Content ist King gilt heute mehr denn je.

Content heute

Hochwertige Inhalte müssen dem User echten Mehrwert bieten, sonst haben Online-Maßnahmen im Bereich Marketing und Vertrieb kaum eine Chance. Das Internet hat das Nutzerverhalten der Zielgruppe grundlegend verändert. Wir haben es nicht mehr mit den klassischen Push-Medien wie Rundfunk und Fernsehen zu tun, bei dem der Informationsfluss vom Sender gesteuert wird, sondern mit dem World Wide Web – und das ist im Gegensatz dazu ein Pull-Medium, bei dem der Nutzer in einer bewussten Entscheidung die von ihm gewählten Informationen aufruft. Daher müssen Web-Inhalte hochwertig und einzigartig sein – dazu auch noch leicht auffindbar, leicht zugänglich, leicht verständlich, leicht teilbar und „leicht zu mögen“, also „sharable“ sein. Darum ist heute Content King.

Fazit: kreativ sein

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, gute Inhalte zu erstellen :-).

Weitere Fragen und Antworten rund um guten Content

Gibt es einfache Tools zur Erstellung von gutem Content?

Speziell für Grafiken:
Canva ist eine Anwendung, bei der man ohne umfangreiches Fachwissen mühelos eigene professionelle Grafiken, Präsentationen, Karten und Infografiken erstellen kann. Mit Canva ist es möglich, auch ohne ausgeprägte Kenntnisse komplexer grafischer Tools schnell und unkompliziert zu gestalten.

KI:
Hootsuite hat in ihrem Blog eine kompakte Auswahl an Werkzeugen für die Content-Erstellung mithilfe von künstlicher Intelligenz zusammengestellt.

Über die Autoren

Claudia Beauchamp

Claudia Beauchamp

Claudia Beauchamp ist passionierte Onlinerin der ersten Stunde und Strategin aus Überzeugung. Sie arbeitet als Content- und Onlinemarketing-Expertin mit Schwerpunkt B2B und als Autorin.

Fachpublikationen:
Erfolgreich als Online-Marketing-Manager: Auf diese Soft Skills kommt es an – heute und in Zukunft 
(Springer Gabler Verlag, Auflage: Oktober 2019)

Miriam Löffler

Miriam Löffler

Die crossmediale Content-Enthusiastin und Content-Mentorin Miriam Löffler ist Fachbuchautorin („Think Content!“ und „Content 360 Grad“) und renommierte Trainerin. 

Seminare mit Miriam: