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TREFF.PUNKT. Marketing · 28.09.2026 · mit Stefan Ponitz

Bringt Vibe Coding mein Onlinemarketing wirklich weiter?

Jetzt abspielen (34 Min.)
Podcast-Cover: TREFF.PUNKT Marketing Folge 54 - Bild mit den Moderatoren Sabine und Markus

Erscheinungsdatum: 

Folge: 54

Thema: Bringt Vibe Coding mein Onlinemarketing wirklich weiter?

Hosts: Markus Bockhorni, Sabine Saldana Bravo

Im Gespräch mit: Stefan Ponitz ist Online-Marketing-Stratege und KI-Berater mit knapp 20 Jahren Erfahrung. Er unterstützt Unternehmen bei der Automatisierung von Marketingprozessen mit KI und ist seit über 10 Jahren Trainer bei der eMBIS Akademie.

Podcast und Interview mit Stefan Ponitz

Profilbild unseres Trainers Stefan Ponitz
Zu Gast in dieser Folge: Stefan Ponitz

Plötzlich können auch Menschen ohne Programmierkenntnisse Websites, Tools und Automatisierungen mit Hilfe von KI erstellen – einfach mit natürlicher Sprache. Doch wie viel Potenzial steckt wirklich im Vibe Coding? In dieser Folge sprechen wir mit Stefan Ponitz, Experte für digitale Strategien und KI-Implementierung, über den Hype rund um Vibe Coding und darüber, was er für Marketing-Teams konkret bedeutet.

Gemeinsam beleuchten wir, für welche Marketing-Aufgaben Vibe Coding heute schon echten Mehrwert bringt und wo die Grenzen liegen. Ein weiteres Thema sind mögliche Sicherheitsrisiken. Diese können entstehen, wenn Marketing-Teams ohne technisches Hintergrundwissen Software entwickeln. Auch Datenschutz und DSGVO spielen beim Vibe Coding eine wichtige Rolle.

Außerdem geht es um ein konkretes Einstiegsprojekt für Marketer ohne Vorkenntnisse. Damit lassen sich schnell erste professionell sichtbare Ergebnisse erzielen. Worauf es dabei ankommt, erfahren Sie in dieser Podcast-Folge.

Worüber wir in dieser Podcast-Episode sprechen

  • Was ist Vibe Coding und warum ist es so beliebt?
  • Sind für Vibe Coding Programmierkenntnisse nötig?
  • Wie profitieren Marketing-Teams von Vibe Coding?
  • Welche Praxisbeispiele zeigen den Nutzen im Marketing?
  • Welche Tools eignen sich für den Einstieg?
  • Wo liegen die Grenzen und Fallstricke von Vibe Coding?
  • Wie verändert Vibe Coding das Onlinemarketing?
  • Wo bringt Vibe Coding das Onlinemarketing konkret weiter?
  • Welche Vibe-Coding-Projekte sind besonders spannend?
  • Wie gelingt ein einfacher und risikoarmer Einstieg in Vibe Coding?

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Viele Unternehmen nutzen heute KI-Tools, Automatisierung und Vibe Coding im Marketing. Deshalb ist Weiterbildung in diesem Bereich sehr wichtig. In dem Seminar KI Automatisierung im Marketing lernen Sie, wie Sie einfache Abläufe automatisieren und typische Fehler vermeiden. Der Workshop KI im Online Marketing zeigt, wie KI bei Content, Analyse und Kampagnen helfen kann. Im Seminar Prompting & Prompt Engineering lernen Sie, wie klare Eingaben bessere Ergebnisse mit KI-Tools bringen. So arbeiten Teams sicherer, strukturierter und effizienter.

Experteninterview mit Stefan Ponitz: Vibe Coding im Marketing

Mit Vibe Coding sollen plötzlich auch Menschen ohne Programmierkenntnisse Websites, Tools und Automatisierungen erstellen können – einfach per natürlicher Sprache. Klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Stefan Ponitz, Experte für digitale Strategien und KI-Implementierung mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung im Onlinemarketing, kennt die Möglichkeiten – aber auch die Fallstricke. Im Interview erklärt er, wo Vibe Coding Marketing-Teams wirklich weiterbringt, wo es gefährlich wird und womit Sie morgen starten können.

eMBIS: Vibe Coding begegnet uns gerade überall. Was steckt hinter dem Begriff?

Stefan: Der Begriff existiert seit Anfang 2025. Er wurde von Andrej Karpathy, einem Mitgründer von OpenAI, geprägt. Er hat damals angefangen, ein KI-Tool einfach in natürlicher Sprache darum zu bitten, Programmcode zu schreiben – und es hat so gut funktioniert, dass sich daraus ein Synonym entwickelt hat: Software in natürlicher Sprache erstellen. Übrigens: Ich habe bewusst nicht gesagt „programmieren“, weil Programmieren noch etwas anderes ist. Aber im Prinzip entstehen mithilfe von Vibe Coding Web-Apps, mobile Apps und auch Websites fallen ein Stück weit darunter.

eMBIS: Brauche ich dafür wirklich null Programmierkenntnisse?

Stefan: Als Berater sage ich: Es kommt darauf an. Für einfache Anwendungen funktioniert es gut. Aber entscheidend ist nicht, ob Sie programmieren können. Die eigentliche Frage ist: Können Sie Probleme gut beschreiben? Wer Schwierigkeiten hat, einem Problem den richtigen Kontext zu geben, wird auch beim Vibe Coding Schwierigkeiten haben.
Und noch etwas ist wichtig: Gerade in den letzten 14 Tagen – wir haben jetzt Juni/Juli 2025 – gab es eine Studie, die Websites und Tools untersucht hat, die per Vibe Coding von Menschen ohne Programmiererfahrung entstanden sind. Die Ergebnisse waren alarmierend: massive Sicherheitslücken. Es gab sogar einen Online-Shop, bei dem man ohne Passwort an alle Kunden- und Bestelldaten herankam. Wer komplexere Software baut, sollte zumindest ein Grundverständnis von Softwarearchitektur und Rechtesystemen mitbringen.

eMBIS: Wo profitieren Marketing-Teams konkret?

Stefan: Teams werden unabhängiger. Dinge, für die man früher die IT-Abteilung oder externe Dienstleister gebraucht hat, lassen sich heute schnell selbst umsetzen. Dashboards zum Beispiel sind sehr schnell gebaut. Und Landingpages finde ich besonders spannend.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Google-Ads-Konto mit zwei, drei Kampagnen und mehreren Anzeigengruppen. Eigentlich bräuchten Sie für jede Anzeigengruppe eine eigene Landingpage – aber das hat nie jemand gemacht, weil es zu aufwendig war. Per Vibe Coding ist das in kurzer Zeit realisierbar.

eMBIS: Wo liegen die Grenzen – die echten Fallstricke?

Stefan: Es gibt drei Punkte, die jeder im Blick haben sollte:

Erstens: Komplexität. Je komplexer ein Projekt wird, desto schwieriger wird es. Nicht nur für die Person vor dem Bildschirm, sondern auch für die KI. Und wir als Marketer können den generierten Code nicht lesen und prüfen. Wir sind eben keine Programmierer. Bei einem klassischen Chatbot machen wir immer einen Faktencheck. Beim Code können wir das nicht.

Zweitens: Security. Wir kennen als Marketer keine Angriffsszenarien. Wir wissen nicht, wie Software angegriffen werden kann. Tools wie Lovable legen Datenbanken bei Supabase standardmäßig komplett offen an. Das hat den Vorteil, dass die Software sofort funktioniert. Den Nachteil, dass jeder darauf zugreifen kann, wenn man sich nicht aktiv um den Schutz kümmert.

Drittens: DSGVO. Das ändert sich auch beim Vibe Coding nicht. Überall dort, wo personenbezogene Daten ins Spiel kommen, ist besondere Vorsicht geboten.

eMBIS: Welche Tools Empfiehlst Du für den Einstieg?

Stefan: Lovable ist für Einsteiger ein guter Start. Die Hürde ist niedrig, man kann direkt loslegen und bekommt schnell ein sichtbares Ergebnis. Wer schon Entwicklungserfahrung mitbringt, kann mit Cursor einsteigen. Dort ist die Lernkurve aber deutlich steiler.

Es gibt auch viele, die direkt mit Claude arbeiten, dem Chatbot von Anthropic. Claude bietet Claude Code an, mit dem man programmieren kann. Die Hürde ist etwas höher, weil man Projekte über GitHub live schalten muss. Der große Vorteil: Man ist unabhängig. Bei Lovable sind Sie an Lovable gebunden. Wenn die Preise steigen oder der Zugang wegfällt, sind auch alle Tools weg, die Sie dort gebaut haben.

eMBIS: Du hast selbst ein Tool per Vibe Coding entwickelt. Was ist Dein persönliches Highlight-Projekt?

Stefan: Ich habe ein Tool entwickelt, das ursprünglich ein Prompt-Manager war. Damals unter dem Namen Promptly. Inzwischen hat es sich weiterentwickelt und heißt Skillable. Es geht nicht mehr nur darum, Prompts zu verwalten, sondern der KI bestimmte Fähigkeiten, also Skills, beizubringen.

Wer mit Claude arbeitet, kennt die Funktion der Skills: Man bringt der KI einmal etwas bei – und sie kann es immer. Das Problem: Man ist dabei an Claude und damit an einen US-Dienstleister gebunden. Skillable funktioniert chatbot-übergreifend, ist DSGVO-konform und unabhängig. Egal, welchen Chatbot ich nutze: Ich drücke einen Knopf, und die KI kennt mich und meinen Kontext. Dahinter steckt ein RAG-System. Das ist mein Highlight.

eMBIS: Mit welchem Projekt sollte jemand starten, der morgen loslegen möchte?

Stefan: Ich würde mit einem Dashboard für Zahlenauswertungen anfangen. Looker Studio gibt es zwar kostenlos, aber die Lernkurve ist ordentlich, wenn man mehr machen will als nur Zahlen darstellen. Mit Vibe Coding geht das deutlich einfacher.

Nehmen Sie Lovable und sagen Sie dem Tool: Ich bekomme wöchentlich meinen Google-Ads-Report und meine Social-Media-Reports. Ich möchte ein Dashboard, das ein Ampelsystem hat, Prognosen liefert und Filtermöglichkeiten bietet. Das klingt komplex, ist es aber nicht. Sie entwickeln sich Schritt für Schritt weiter: „Das Dashboard ist toll – jetzt hätte ich gerne noch einen Filter.“ „Jetzt noch ein Ampelsystem.“ Beim Ampelsystem müssen Sie kurz nachdenken: Was ist grün, was ist rot, was ist gelb? Aber das ist die eigentliche Denkarbeit.

Der Erfolg kommt schnell. Sie haben rasch etwas professionell Sichtbares und können es in den nächsten Wochen immer weiter verfeinern.

Fakten zu Vibe Coding im Marketing

Vibe Coding verändert, wie digitale Ideen entstehen. Statt Code selbst zu schreiben, beschreiben Sie in normaler Sprache, was eine Anwendung leisten soll. Eine KI erstellt daraus Code und passt ihn auf Wunsch an. Für das Onlinemarketing eröffnet das neue Wege: Teams können Prototypen schneller testen und einfache Automatisierungen selbst entwickeln.

  • Natürliche Sprache wird zum Ausgangspunkt

    Sie beschreiben Ziel, Funktion und gewünschtes Ergebnis in natürlicher Sprache, und die KI erzeugt daraus Code, sodass die Idee stärker in den Mittelpunkt rückt als die Programmiersprache.

  • Test-Versionen lassen sich schneller entwickeln

    Vibe Coding eignet sich gut für schnelle Test-Versionen, denn Marketing-Teams können damit kleine Tools, Landingpages oder interne Helfer früh ausprobieren und aus den Ergebnissen lernen.

  • Vibe Coding ersetzt Fachwissen nicht vollständig

    Vibe Coding ersetzt professionelle Software-Entwicklung nicht bei jeder Aufgabe, denn bei komplexen oder geschäftskritischen Anwendungen bleiben Tests, technische Prüfung und menschliche Verantwortung wichtig.

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